Inhalt

 

 

Einleitung

Folgende Ausrüstungs- und Trainingshinweise sollen Neueinsteigern in die Sportart des berittenen Bogenschießen bzw. Bogenschießen vom Pferd eine kleine Hilfe darstellen.

Wer sich noch intensiver mit Pfeil und Bogen beschäftigen möchte, dem empfehle ich z.B.: www.traditionelles-bogenschiessen.at

Infos rund ums Pferd gibt es in sehr großer Auswahl. Zu Anfang folgender Vorschlag: www.pferdewissen.ch oder www.pferdeschuppen.de

 

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Die Ausrüstung

Bogen

Zum berittenen Bogenschießen bzw. Bogenreiten empfehle ich einen Reiterbogen von folgenden Herstellern:

Grozer:

Leistungsstarke, traditionelle Bögen
www.grozerarchery.com oder www.nomadbows.com

 

Kassai:

Moderne und sportliche Bögen
www.horsebackarchery.com oder www.horsebackarchery.net

 

Koreaner (Traditional Wind Fighter oder Kaya Bogen):

Handliche, leichte und moderne Bögen
www.aixbow.de

 

Vom Pferd aus sind nur Bögen ohne Pfeilauflage sinnvoll. Die Auflage würde nur beim Schnellnocken (schnelles einlegen des Pfeiles) stören und durch die Galoppbewegung des Pferdes ändert sich geringfügig die Pfeilposition am Bogen. Ferner hatten früher die Bögen kein Schussfenster.

 

Grundsätzlich sind Langbögen ohne Shelf (Auflage) auch zum berittenen Bogenschießen geeignet. Beim Schießen ist darauf zu achten, dass die Wurfarme des Langbogens nicht das Pferd berühren.

 

Die meisten Reiterbögen erzielen eine bessere Stabilität und Wurfleistung durch die Berührung der Sehne mit den Wurfarmen als Langbögen dies tun. Bei diesem Vorgang wird die Sehne faktisch verkürzt, bis zu dem Punkt der Berührung findet eine gleichmäßige Bewegung statt.

 

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Pfeile

Pfeile könne beim Bogenschießen vom Pferd mit Reiterbögen heutzutage aus Holz (bevorzugt Zeder), Aluminium oder Carbon bestehen.

Ich persönlich nutze bei meinen Bögen von 25 – 35 lbs (Pfund = 453,5g) Zuggewicht folgende Pfeilmodelle mit je einer Länge von 32`` (Zoll):

- Easton Lightspeed 500

- Easton Penthalon Timber Stick 600

- Easton GameGetter 500/2016

- Holzpfeile aus Zedernholz von Rosecity mit einer Schaftstärke von 5/16

 

Weitere Pfeilmodelle gibt es auf Anfrage bei jedem Bogenhändler. Beim Einkauf benötigt der Bogenhändler lediglich das Zuggewicht des Bogens.

Bogenhändler in Süddeutschland:

www.ot-bogenshop.com

www.elias-bogensport.de

 

Aus Sicherheitsgründen nutze ich die volle Länge der Rohschäfte von 32 Zoll, die volle Länge sorgt dafür, dass ich nicht aus Versehen beim Schnellnocken meine Pfeile zu weit ziehe und sie zwischen Bogen und Sehne hindurchrutschen und das Pferd treffen.

 

Falls Sie Ihre Pfeile selbst bauen möchten, sollten Sie besonders auf die Pfeilbalance achten. Um eine passende Pfeilbalance zu erreichen nutze ich min. 100 grain (1 Grain = 0,065 Gramm) Spitzen. Ein Pfeil mit einem Balance-Punkt vor der Mitte fliegt besser, als ein Pfeil mit einem Balance-Punkt hinter der Mitte.

 

Bei meinen Pfeilen achte ich darauf, dass zwischen Pfeilnocke und Federende 3 – 4 cm Raum bleibt. Somit wird das Greifen der Pfeile aus der Bogenhand beim Schnellnocken sehr erleichtert.

 

Exkurs: Der Spinewert (Steifigkeit des Pfeils)

Bei Aluminium-Pfeilen:

Je höher der Spinewert ist, desto steifer ist der Pfeil.

(Die ersten beiden Ziffern: Pfeildurchmesser in 64stel Zoll, die hinteren Beiden Ziffern: die Wandstärke in 1000stel Zoll)

Bei Carbon-Pfeilen:

Je niedriger der Spinewert ist, desto steifer ist der Pfeil.

Ein steifer Pfeil wird nach 18m stabilisiert -> Nocke steht rechts im Ziel.

Bei einem weichen Pfeil steht die Nocke links im Ziel.

 

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Nockpunkt

Der Nockpunkt wird beim klassischen traditionellen Bogenschießen 6 – 10 mm über der Linie, die im rechten Winkel zur Pfeilauflage steht angebracht.

Je nach Wunsch kann auch der Pfeil über dem Nockpunkt eingelegt werden. Diese Variante eignet sich beim Schnellnocken besser, als das Einnocken von unten gegen den Nockpunkt. Bei der Daumentechnik wird der Pfeil unter dem Punkt eingenockt. Für das Einnocken von oben reichen 3 mm unter der Linie, die im rechten Winkel zur Pfeilauflage steht vollkommen aus.

Nockpunkt

 

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Wahl der Ausrüstung

Auszugslängen und Zuggewichte

Zuggewichtsempfehlungen für Männer:

20-28 lbs. für selten Sport treibende

28-32 lbs. für sportliche

32-40 lbs. für aktive Sportler

 

Zuggewichtsempfehlungen für Frauen und Jugendliche:

16-24 lbs. für selten Sport treibende

24-28 lbs. für sportliche

28-32 lbs. für aktive Sportlerinnen

 

Zugstärke wählen

Bogen um 28 Zoll (30 bei Kassai-Bögen) ausziehen.
Soviel Zoll wählen, dass Sie bequem ausziehen und 5 Sekunden halten können.

Variante 1:

Dazu ziehen Sie den Bogen kerzengerade nach unten. Um dies zu erreichen, müssen Sie ein Bein durchstrecken, das andere beugen Sie etwas. Nun legen Sie die Bogenhand an die Innenseite des linken, abgewinkelten Knies. Dann ziehen Sie den Bogen bis zur Halsmitte (Anker). Können Sie den Bogen auf diese Art mindestens fünfmal hintereinander ziehen, dann passt das Zugewicht des Bogens.

 

Variante 2:

Mit dem Bogen in die Hocke gehen, ein Bein von sich nach vorne strecken und beim Ausziehen sollten Sie nur leicht aus dem Gleichgewicht geraten.

 

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Auszugslänge

Durchschnitt aus folgenden drei verschiedenen Varianten nehmen

 

Variante 1:

Pfeil zwischen die Handflächen nehmen -> Arme ausstrecken -> Nocke auf Kinn -> Mittelfingerspitzen an Spitzenanfang

 

Variante 2:

Nocke auf Brust -> Arm ausstrecken -> Pfeil 12-15mm über Fingerspitzen hinausragen lassen

 

Variante 3:

Bei natürlichem Stand die Arme locker zur Seite strecken. Nun misst man von Fingerspitze zu Fingerspitze und dividiert das Ergebnis durch 2,5.

Auszug

 

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Vorbereitung - Dehnung

Vor jeder Übungseinheit sollten zuerst die Muskel durch Bewegung (Laufen, Kniebeugen etc.) aufgewärmt werden und anschließend gedehnt und gelockert werden.

Dehnübungen können auch auf dem Pferd durchgeführt werden

 

Ausführung Dehnen (Vorschläge)

Siehe Vorschläge unter www.compoundbow-online.com

  • Schulter rotieren und Handgelenke kreisen
  • Hüfte schwingen
  • Einatmen, dabei Nase und Arme strecken, Arme runter lassen und dabei tief Ausatmen

 

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Training

Übungen in der Bewegung

  • Bogenschießen in der Bewegung
  • Fahrradfahren und Bogenschießen
  • Gehend und laufend dem Ziel gleichmäßig nähern und entfernen und dabei schießen
  • Aus Kniebeuge beim höchsten Punkt schießen, beim heruntergehen Pfeil einlegen.
  • Auf einem Trampolin springen und im höchsten Punkt schießen
  • Schießen auf geworfene Scheiben (Achtung: Sicherheitsabstand des Werfers beachten) Es können Kartonscheiben mit 25, 20, 15 cm Durchmesser benutzt werden. Einen Punkt in die Kartonscheibenmitte aufmalen und beim Schießen darauf konzentrieren
  • Einen alten Fußball vor sich herkicken und abschießen
  • Tennisbälle als bewegliche Ziele an Schnüre befestigen

Bei Bewegten Zielen aus dem Stand folgendes beachten:

Bewegtes Ziel von links nach rechts:

vorderer Fuß belasten und drehen

Bewegtes Ziel von rechts nach links:

hinteren Fuß belasten und drehen

Nahe Ziele:

Vorderfuß etwas abwinkeln, leicht in Knie gehen und Oberkörper leicht vorlehnen

 

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Atmung im Stand

Atmung:

1-3 mal ruhig durchatmen -> Bogen hoch und Luft holen -> Auszug und ausatmen

Während und nach dem Ausatmen ist die meiste Energie vorhanden

 

Haltung/Auszug üben

Vor Spiegel Arme auf Schulterhöhe heben -> Bogenarm herein- und wieder herausbeugen

Zusammenziehen der Schulterblätter üben, der Ablass des Pfeiles bzw. der Sehne sollte nur mit zusammengezogenen Schulterblättern erfolgen.

 

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Schussablauf

Beim Training sollten Sie sich zuerst einmal nur auf den Stand oder nur auf den Ablaß/Release konzentrieren. Durch viel Training wird dann der Vorgang im Unterbewusstsein gespeichert.

Dieses Konzentrationstraining der einzelnen Komponenten des Schussablaufs sollte dann hin und wieder zur Auffrischung durchgeführt werden.

Zu Beginn genügt es 2-3 Meter vor der Zielscheibe zu stehen und die ganze Konzentration auf die Technik zu richten. Treffen ist zu Beginn nicht entscheidend.

 

Die einzelnen Komponenten des Schussablaufes

Stand

  • schulterbreite Beinstellung
  • leicht in die Knie gehen

Bogenhand

  • Bogenhand mit Druckpunkt in der Handfläche (Druckpunkt genau in der Handwurzel. Ist der Schuss zu hoch, dann kann der Druckpunkt zu tief sein)
  • Finger leicht auf den Griff legen (der Bogen kann nachschwingen und ein verkanten des Bogens wird durch die lockere Haltung begünstigt)
  • Bogenarm gestreckt

Pfeile in der Bogenhand

Die Pfeile auffächern, dabei die Pfeile von links nach rechts übereinander legen.

Bogenhand

 

Bei drei Pfeilen die Federn des untersten Pfeils unten anordnen, d.h. als ersten Pfeil greifen Sie den Pfeil, der am höchsten angeordnet ist. Leitfedern nach links anordnen.

Bogenhand

 

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Auszug und Anker

  • in den Vollauszug gehen
  • Zugarm auf Höhe zwischen Kinn und Schlüsselbein
  • Rückenspannung herstellen
  • 1-2 Sekunden im Anker bleiben
  • Beim Auszug auf einen gespannten Bogenarm und einen gelockerten Zugarm achten
  • Die Position des Zugarms kann sich beim berittenen Bogenschießen zwischen folgenden zwei Positionen befinden.

    Haltung

    Haltung

Hohes Handgelenk:

locker, kleiner Druckbereich senkt Abschussschock, sehr gute Energieumsetzung

Tiefes Handgelenk:

ruhiges, entspanntes Handgelenk, hilft Sehne zu entspannen, geringer Abschussschock

 

 

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Ablaß/Release

  • Finger entspannen
  • Hand geht nach hinten in die gestreckte Position (mit fortschreitendem Training und speziell beim Wettkampf kann der Release bzw. die Armbewegung verringert werden)
  • Nachhalten (Dauer mit dem Training verringern, bis nur noch ein Bruchteil einer Sekunde ausreicht)

 

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Zielen

Beim Bogenschießen vom Pferd wird instinktiv geschossen, es wird also die Entfernung zum Ziel ohne Hilfsmittel vom Gehirn "berechnet". Instinktives Schießen kann als Hand-Augen-Koordination beschrieben werden. Das Auge sieht und das Gehirn steuert unbewusst die Hand in die richtige Position.

 

Die richtige Höhe kann das Gehirn dadurch ermitteln, indem Sie den Pfeilflug zu Anfang genau beobachten. Später sollte es dann ausreichen, wenn Sie den Pfeilflug nur noch unbewusst wahrnehmen und sich hauptsächlich auf den Scheibenmittelpunkt konzentrieren.

Mit gewissem Trainingsstand sollten die Augen auf Scheibenmitte gerichtet sein und nicht dem Pfeil folgen. Die Konzentration liegt dann nur auf dem Scheibenmittelpunkt. Alles andere tritt in den Hintergrund.

 

Die genaue Flugrichtung ermittelt durch anbringen eines senkrechten Klebebandstreifen auf der Scheibe. Aus ca. 10 m Entfernung versuchen Sie anschließend einen Punkt auf der Linie zu treffen. Es spielt dabei keine Rolle, ob Sie unten oder oben treffen.

 

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Trainingeinheiten

Training 1 -Schusstechnik lernen

kurze Entfernungen zum Ziel - Schussablauf üben

  • Stufe1: Körperhaltung: Stand, Griff, Anker , Kopfhaltung
  • Stufe2: Richtung -> senkrechte Linie treffen, die Höhe der Treffer spielt keine Rolle -> Bogenhandposition, Neigung.
    Nur auf das Ziel konzentrieren bei einem Abstand von 10m
  • Stufe3: Höhenposition üben: Flugbahn sehr genau beobachten

 

Training 2

Vor eine Scheibe (30cm im Durchmesser) stellen und bei jedem Treffer ein Stück weggehen, bei Fehlschüssen wieder Richtung Scheibe zurückgehen, besser wenige konzentrierte Pfeile als viele unkonzentrierte Pfeile schießen

Übung

Ziel

60 Pfeile zur Seite auf 30cm Schiebe

Präzision

30 schnelle Pfeile nach vorne, zur Seite, nach hinten Schnelligkeit
30 Pfeile bei Kniebeugen

Rhythmus

Schießen im Liegen

Technik (Wind wird simuliert)

 

Training 3

Übung

Ziel

Haltung und Atmung in Ruhe üben
(gegebenfalls vor Spiegel oder Kamera)

Bewegungsabläufe beim intuitiven Bogenschießen (Formschule) im Geiste einprägen

Schnellnocken und –schießen

Geschwindigkeit und Schussbild verbessern

30/40/50/60 Meter schießen Gefühl für Entfernungen
schießen aus Kniebeuge

Schussfrequenz

schwingender Ball

Vorhalten

 

Training 4

Um den Ablaß/Release der Finger zu trainieren, können Sie einen vollen Eimer mit Sand im völlig entspanntem Armmuskelzustand hängen lassen und nur die Finger anspannen. Lassen Sie nun den Eimer fallen, wird das Lösen der Sehne simuliert.

Ausdauertraining

Nachtschießen, Scheibe mit Fackel oder Lampe beleuchten, die Umgebung ist dunkel und die Konzentration wird nicht mehr gestört.

500 Schuss auf 25m

 

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Fehlersuche und Abhilfe

Fehlschüsse

Fehlschüsse können durch folgende Faktoren entstehen:

 

Fehler

Abhilfe

Zu fester Griff

 

Körper aufrecht halten

Bogen locker halten

steife Zughand

 

Finger der Zughand beim Ausziehen und Lösen locker halten, Spannen im Rücken und der Schulter

unsicherer Ablaß

Bogenarm durchdrücken und gerade halten

kein Nachhalten / Verziehen des Pfeils

zu früh dem Pfeil nachgeschaut

 

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Schusstechniken

Mediterraner Release:

Beachten sollten Sie:

Mittelfinger stark, Zeigefinger mittelstark und Ringfinger stark belasten

 

Daumen - Release

Beachten sollten Sie:

  1. Nockpunkt oben
  2. Daumen nicht verkannten
  3. Pfeil nicht einklemmen, er liegt nur ganz leicht am Daumen auf
  4. Der Bogen wird immer leicht schräg von rechts oben nach links unten gehalten
  5. Release nach oben hinten.

Thumb-Release

Bild: Noboru Miyagawa

 

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Streukreis beim Schießen

Beim instinktiven Schießen haben Anfänger meist einen großen Steukreis, also einen weiten Bereich in dem die Pfeile gruppiert sind. Beim Training sollte sich dieser Streukreis allmählich verkleinern. Dabei kann der ein oder andere Ausrutscher, sprich Pfeil außerhalb des Streukreises, akzeptiert werden. Befindet sich z.B. der Streukreis unterhalb der Scheibenmitte, sollte die Haltung des Schützen überprüft werden.

 

Scheibe

kleiner Streukreis

 

Scheibe

großer Streukreis

 

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Kleiner Exkurs zur sogenannten „Target Panic“

Ein normaler Schussablauf sieht wie folgt aus:

  • Stand
  • Vorspannung
  • Vollauszug
  • Ankern
  • Release
  • Nachhalten

Bei Traget Panic ist dieser Ablauf gestört, Sie machen den Ablauf zu schnell oder unsauber. Mein Vorschlag wäre, dass Sie den bisherigen Ablauf über Bord werfen und einen komplett neuen Schussablauf einstudieren.

 

Die Neuprogrammierung läuft wie folgt ab:

Siehe: www.traditionelles-bogenschiessen.at

 

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Vorbedingungen zum Bogenschießen vom Pferd

Schießen sie nicht vom Pferd, wenn

  • Sie keine Erfahrung im Bogenschießen zu Fuß haben
  • Sie ein leicht scheuendes Pferd besitzen. Arbeiten sie zuerst mit dem Pferd und desensibilisieren sie es.
  • Sie und ihr Pferd durch folgendes Training in unnötige Gefahr geraten
  • es ihnen nicht bewußt ist, dass Ihr Pferd ein Fluchttier ist und entsprechend blitzartig und unvorhergesehen handeln kann.

Sie sollten mindestens 4 – 6 Wochen die nachfolgenden Punkte mit dem Pferd üben und danach hin und wieder die einzelnen Schritte wiederholen. Das Pferd wird sich so zu einem zuverlässigen Partner im Bogenschießen vom Pferd entwickeln.

 

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Training mit dem Pferd

Bedingungen

  • Als Erstes müssen Sie fähig sein, Ihr Pferd mit Gewichts- und Schenkelhilfen und wenig Zügeleinwirkung zu kontrollieren.
  • Das Pferd sollte ruhig stehen bleiben und leicht geführt werden können.
  • Falls das Pferd scheut, darf es nicht zu lange dauern um es wieder unter Kontrolle zu bekommen.
  • Es ist von Vorteil wenn das Pferd beim Aufsteigen ruhig stehen bleibt.
  • Das Pferd sollte gleichmäßige Gänge aufweisen, bis zu einem gewissen Grad seitlich biegsam sein und leichte Hilfen akzeptieren
  • Selbstverständlich ist dies das Idealbild eines Bogenreiter-Pferdes. Durch Training kann hier viel erreicht werden.

 

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Training

Schritt 1

Neben der Koppel bzw. dem Pferd das Bodentraining beginnen. So wird das Pferd an die Geräusche der Pfeile und des Bogens sowie der Bewegungen des Menschen beim Schießen gewöhnt. Am Besten solange üben, bis das Pferd die Geräusche ignoriert.

 

Schritt 2

Anfangs dem Pferd die Bogenausrüstung von seitlich vorne zeigen und beschnuppern lassen, dabei auch das Pferd berühren. Falls das Pferd scheut, vorgehen und zurückweichen usw. bis das Pferd die Ausrüstung akzeptiert.

Das Pferd sollte nicht festgehalten werden, sondern es darf ausweichen.

Hat sich das Pferd beruhig, können Sie die Ausrüstung/Bogen am Pferd halten bis es stillsteht, nicht den Bogen zurückziehen. Akzeptiert das Pferd den Bogen darf es eine geistige Pause einlegen.

 

Falls das Pferd sich nicht beruhigt, können Sie es festhalten oder anbinden und der Bogen wird solange am Pferd gehalten bis das Pferd stillsteht. Wenn das Pferd stillsteht wird der Bogen/das Druckmittel entfernt und das Pferd somit belohnt.

 

Nun auch die restliche Ausrüstung wie Pfeile, Köcher etc. dem Pferd vorführen. Das Pferd darf festgehalten werden.

Nicht vergessen, beide Seiten des Pferdes bearbeiten.

 

Schritt 3

Neben dem Pferdekopf stehen und den Bogen spannen und wieder enspannen. Für gewöhnlich macht dies Geräusche.

Dann einen Pfeil einlegen und neben dem Pferd schießen.

 

Schritt 4 vom Pferd

Erst auf dem Pferd weiterarbeiten, wenn Schritt 1 – 3 keine Probleme bereiten. Auf dem Pferd mit billigem Bogen, Stock oder Gerte das Pferd abtasten, am Anfang nicht den Bogen verwenden, denn falls Sie vom Pferd geworfen werden, könnte der Bogen brechen oder Sie anderweitig verletzen.

Pferd von beiden Seiten bearbeiten. Berührung, Bewegung, Geräusche

 

Schritt 5 auf dem Pferd, Assistent hält Pferd

Auf dem ruhigen Pferd einen Pfeil schießen und die Reaktion des Pferdes beobachten. Für gewöhnlich, bei ausreichender Vorübung (Schritt 1 – 4) hebt das Pferd kurz den Kopf.

Zeigt das Pferd keine heftigen Reaktionen darf weitergeschossen werden. Nun mehrere Pfeile schießen bis das Pferd sich an den Vorgang gewöhnt hat. Falls über den Pferdekopf geschossen wird ist es besser, wenn der Helfer den Pferdekopf nach der dem Bogen abgewandten Seite hält und somit einer Anhebung des Pferdekopfes während dem Schießen vorbeugt.

 

Schritt 6

Nun ohne Assistent, welcher zuvor das Pferd gehalten hat, vom Pferd schießen. In alle Richtungen schießen.

Schuss über Kruppe beachten, Pferd vorher mit dem Bogen an der Kruppe berühren. Beim Schießen keine Schenkelhilfen geben, am Besten die Beine etwas vom Pferd wegstrecken.

 

Schritt 7

Nun müssen die Pfeile aus der Scheibe gezogen werden. Dazu nimmt man das Pferd mit zur Scheibe und lässt es nochmals die Pfeile beschnuppern. Man kann auch versuchen vom Pferd aus die Pfeile zu ziehen, muss aber auf die ruckartige Bewegung beim Ziehen achten.

 

Schritt 8

Nun in allen Gangarten, angefangen im Schritt vom Pferd schießen.
Zu Beginn kann der Assistent das Pferd im Schritt und Trab noch führen.

 

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Weitere Übungen zu Pferde

  • Desensibilisierungsübungen am Boden, dann aus dem Sattel und in allen Gangarten.
    • Dazu zählen das Abstreichen des Pferdes mit Pfeil und Bogen etc., sowie Geräuschtraining mit Peitsche, Plastik und Pfeilbündel usw.
    • den Bogen ins linke und rechte Blickfeld des Pferdes bringen
    • Als Simulation der Bogen-Berührung kann ein Ball zu einem Partner über das Pferd, zur Seite, nach hinten und über den Kopf geworfen werden. Brust, Rumpf, Hals mit dem Ball leicht abschießen
  • Pferd muss den Reiter als ranghöher akzeptieren
  • Lernen auf leichte Hilfen zum Stehen zu kommen
  • Lernen sein Pferd mit den Beinen bzw. Gewichtshilfen zu lenken alle Gangarten ohne Hände am Zügel reiten
  • Balance auf dem Pferd finden
  • Rhythmus der Pferdebewegung erfassen: im höchsten Punkt sollte geschossen werden
  • Gymnastizieren indem auf geraden oder gebogenen Linien die Längsachse des Pferdes gebogen wird (Seitengänge und Zirkel)

Hat man das Pferd soweit trainiert, kann man auf die Bahn gehen

 

Wichtig am Anfang ist, dass man dem Startsyndrom (Pferd ist aufgeregt und will dem Druck ausweichen und weggaloppieren) sofort begegnet, z.B. im Startbereich Zirkel- und Biegeübungen mit dem Pferd machen.

Auf der Bahn sollte pro Tag nicht mehr als 10-20 Galopps absolviert werden, das entspricht zwei Reitern beim Wettkampf. Ansonsten langweilt sich das Pferd oder wird körperlich überfordert.

 

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Übungen für die Halle oder den Sandplatz

Kleeblatt

Ziel des Kleeblattes ist, dass das Pferd auch ohne Zügel lenkbar wird.

 

Zuerst werden in den Ecken und in der Mitte der Bahn Pylonen entsprechend der Abbildung aufgestellt. Dann reitet man das Kleeblatt rechte Hand und linke Hand.

Anschließend versucht man ohne Zügeleinwirkung das Ganze zu reiten. Fall es noch nicht so perfekt funktioniert, darf man die Zügel natürlich zur Unterstützung benutzen.

Zu Anfang sollte man nur in die Zügel greifen, wenn das Pferd nicht auf die Schenkel und Gewichtshilfen reagiert. Gute Ansätze des Pferdes sollten sofort mit einer Pause und Lob beantwortet werden. Durch vermehrtes Training versteht das Pferd immer mehr davon was von ihm verlangt wird und Sie können zum Bogen greifen.

 

Im Turnierviereck (60m x 40m) muss dann in einer festgelegten Zeit die Kleeblattfigur im Galopp linke Hand, rechte Hand durchritten werden.

 

Rechte Hand

Bei X starten, anschließend beim längs-durchreiten der Bahn einen Schuss nach vorne (Scheibe links-oben) , dann quer durch die Bahn einen Schuss zur Seite (Scheibe links-unten), danach beim durchreiten der Bahn von oben nach unten einen Schuss nach hinten abgeben (Scheibe rechts-oben).

 

Für Linke Hand kann man entweder die Scheibe von links-unten nach rechts-unten umstellen, oder man stellt eine vierte Scheibe rechts-unten auf.

 

Ein Punktesystem kann je nach beliebend gestaltet werden.

 

Kleeblatt

 

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Übung für den KW

Am Anfang das Pferd in jeder Ecke gerade anhalten. Das Pferd soll nicht abkürzen, sondern an der Bande entlang laufen. Geht das Pferd schließlich ohne Zügeleinwirkung an der Bande entlang, darf man auf die drei Scheiben schießen.

 

Halle

 

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Übung für den UW

Bei H starten und die erste Scheibe nach vorne beschießen, dann die zweite Scheibe zur Seite beschießen und zum Schluss auf die dritte Scheibe nach hinten schießen bevor man bei M ankommt.

 

Halle

 

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Kurzer Einblick in das Kassai-Training
zum ersten Schülergrad

3 Pfeile in 6 Sekunden schießen, zuerst drei zur Seite, dann einen nach vorne, einen zur Seite und einen nach hinten, dann drei aus der Kniebeuge, danach drei auf dem Rücken liegend.
Macht 12 Pfeile in insgesamt maximal 24 Sekunden (mit Pausen).

Auch hier sind die korrekten Bewegungen von der Haltung des Bogens über die "Beinarbeit" ebenso Kriterien der Bewertung wie das Einhalten der Zeit.

Dreimal die Bahn entlang galoppieren, einen Pfeil auf dem gespannten Bogen und damit die ganzen 90 Meter dem Ziel folgen, bei gleichmäßigem Sitz und ohne den Fokus zu verlieren.

 

 

 

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